Gefahr erkannt – Gefahr gebannt

Gothaer Fernwärmestadtwerke beugen mit Wärmebildkamera Havariefällen vor

 

Logo Fernwärmestadtwerke GothaTonnenschwere Fahrzeuge rollen jeden Tag über die Versorgungsleitungen, die unter Straßen ein riesiges Trassennetz bilden. Gerade einmal 80-150 Zentimeter tief liegen die Stahlrohre in der Erde, zumeist unterhalb öffentlicher Verkehrsflächen. Und wo tausende Autos unter schlaglochübersäten Straßen verschleißen, machen die ständigen Erschütterungen auch den Trassen der Fernwärmeversorgung zu schaffen.

 

Abhilfe schafft hier derzeit Norbert Höllmann. Der 52-jährige Techniker arbeitet seit fast 18 Jahren für die Fernwärmestadtwerke Gotha GmbH. Neben seiner eigentlichen Aufgabe, der Energietechnik, ist es gerade jetzt im Winter seine Aufgabe, das Leitungssystem auf mögliche Schäden zu überprüfen. „Damit sollen Havariefälle wie vergangene Woche in Gera vermieden werden“, erklärt er. „Explosionen dieser Art kann es in unserem System ohnehin nicht geben, da hier statt Gas heißes Wasser durchfließt.“ Der Schaden wäre trotzdem groß, denn ohne Fernwärme hätten rund 9.700 Haushalte in Gotha weder eine warme Wohnung noch eine heiße Dusche. „Fatal, wenn so ein Havariefall in den kalten Wintermonaten passiert!“, warnt Höllmann, beruhigt aber sogleich: „So etwas kam in Gotha noch nie vor.“ Dennoch gibt es für solche Krisenfälle Notpläne – das Technische Hilfswerk würde den Gothaern im Fall des Falles kurzfristig und unkompliziert schweres Gerät zur Verfügung  stellen, um den Schaden schnell zu beheben. „Kleine Notfälle repariert der eigene 24-Stunden-Notdienst der Fernwärmestadtwerke Gotha GmbH, das bemerken die Bewohner oft gar nicht“, so Höllmann.

 

Damit es gar nicht erst so weit kommt, investierte die Fernwärmestadtwerke Gotha GmbH 2010 in eine hochwertige Wärmebildkamera. Mit ihrer Hilfe können Leckagen oder lockere Klemmen in den Schaltschränken ausgemacht und behoben werden. „Die Kamera hat sich bereits mehrfach bezahlt gemacht – so konnten wir Havarien am Ekhofplatz, in der Mönchelstraße sowie in der Gartenstraße verhindern“, berichtet Norbert Höllmann. Wichtig sei, so Höllmann, dass man die Kamera richtig einstelle und die Ergebnisse richtig interpretiere. „Häufig werden diese Kameras ja auch von Energieberatern eingesetzt, die damit Wärmeverluste an Gebäuden kontrollieren und den Leuten anschließend je nach Einstellung an den Kameras teure Dämmmaßnahmen verkaufen“, ärgert sich der Energietechniker und zeigt an seinem Kollegen, wie sich die Bildeinstellungen verändern lassen.

 

Fernwärme havarieDabei sei die Energie aus dem Fernwärmenetz eine ganz eigene Geschichte- ein System, was es auch nicht in allzu vielen Städten gibt. Aus diesem Grund beraten Norbert Höllmann und seine Kollegen Bauherren im Stadtgebiet, die ihr heißes Wasser aus dem Fernwärmenetz beziehen wollen, schon vorher. „Hier kann schon bei der Bauplanung Hilfestellung gegeben werden, indem beispielsweise die Wochenprogramme optimiert, Isolierungen eingesetzt oder die richtige Stationsgröße berechnet wird. Denn nur mit der richtigen Stationsgröße kann dem Verschleiß durch Unter- oder Überlastung und einem möglichen Energieverlust vorgebeugt werden.

 

BUT 1: So sieht ein Blick durch die Wärmebildkamera aus: Fernwärmemitarbeiter Norbert Höllmann kontrolliert derzeit die Leitungen unterhalb der Stadt, um Havariefällen wie in Gera vorzubeugen.